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Der Wasserzähler, der vor einer Überschwemmung schützt

Wie ein intelligenter Wasserzähler mit Leckageschutz die Spielregeln verändert

Stellen Sie sich vor: Sie sind im Urlaub, am Strand, mit einem Cocktail in der Hand. Währenddessen platzt bei Ihnen zu Hause der Schlauch der Waschmaschine. Wasser überflutet den Boden, sickert zu den Nachbarn, beschädigt Parkett, Möbel und die Elektrik. Der Schaden beträgt zehntausende Euro. Wenn Sie zurückkehren, ist eine umfassende Renovierung der Wohnung erforderlich.

Das ist kein Einzelfall. In Deutschland zahlen Versicherungen jährlich Milliarden Euro für sogenannte Leitungswasserschäden. Wasserschäden gehören neben Bränden und Stürmen zu den häufigsten Ursachen für Leistungen aus der Wohngebäudeversicherung. Dabei hätten die meisten Schäden verhindert werden können, wenn das Wasser in den ersten Minuten abgestellt worden wäre.

Genau dieses Problem löst die neue Generation intelligenter Wasserzähler – Zähler mit integriertem Ventil und Leckageschutzsystem.

Was ist das?

Äußerlich ist es ein gewöhnlicher Ultraschall-Wasserzähler, der am Wasseranschluss einer Wohnung oder eines Hauses installiert wird – anstelle des alten mechanischen Zählers. Im Inneren jedoch verbirgt sich eine völlig andere Technik.

Neben der präzisen Messung des Wasserverbrauchs befinden sich im Gehäuse ein Drucksensor, ein integriertes elektrisches Ventil sowie ein Mikroprozessor mit einer Reihe von Algorithmen, die rund um die Uhr den Zustand des Wasserversorgungssystems analysieren.

Der Zähler ist mit dem Mobilfunknetz (NB-IoT oder LoRaWAN) verbunden und überträgt Daten in die Cloud. Sie sehen den Wasserverbrauch, den Druck und die Temperatur in einer mobilen Anwendung. Doch das Wichtigste: Im Falle eines Notfalls sperrt der Zähler das Wasser innerhalb von Sekunden selbstständig ab – noch bevor Sie von dem Problem erfahren.

Wie erkennt er ein Leck?

Das System nutzt fünf Schutzstufen – von der sofortigen Erkennung eines Rohrbruchs bis hin zur Identifizierung von Mikro-Leckagen, die mit bloßem Auge unsichtbar sind.

Erkennung eines Rohrbruchs. Wenn ein Rohr platzt, fällt der Druck abrupt ab und der Durchfluss steigt auf ungewöhnlich hohe Werte. Der Zähler erfasst beide Parameter gleichzeitig und schließt das Ventil innerhalb weniger Sekunden. In dieser Zeit treten nicht mehr als 5–10 Liter Wasser aus statt Tausender Liter.

Durchflussanalyse. Ein Wasserhahn ist in der Regel 5–15 Minuten geöffnet (Duschen, Geschirrspülen), und der Durchfluss weist eine charakteristische „unterbrochene“ Struktur auf – man öffnet und schließt das Wasser. Ein Schaden sieht anders aus: ein gleichmäßiger, kontinuierlicher Durchfluss über Stunden hinweg. Wenn der Durchfluss länger als 30 Minuten nicht stoppt, sendet das System eine Warnung an das Telefon, und nach zwei Stunden wird das Wasser abgesperrt – mit einer 15-minütigen Möglichkeit zur Aufhebung.

Nächtlicher Drucktest. Jede Nacht, wenn niemand Wasser nutzt, führt der Zähler automatisch einen Test durch: Er schließt das Ventil für fünf Minuten und misst präzise, ob der Druck abfällt. Sinkt der Druck, befindet sich hinter dem Zähler irgendwo eine Leckage – selbst die kleinste: ein tropfender Wasserhahn, ein Haarriss in einer Verbindung, ein undichter Spülkasten. Diese Funktion – Pressure Decay Test – erkennt Leckagen unter einem Liter pro Stunde.

Nächtlicher Durchfluss. Wenn um drei Uhr morgens, während alle schlafen, Wasser durch den Zähler fließt – drei Nächte hintereinander – ist das ein Zeichen für eine versteckte Leckage. Das System benachrichtigt den Eigentümer.

Statistische Anomalie. Der Zähler „merkt sich“ Ihr übliches Verbrauchsprofil. Wenn Sie am Montag plötzlich dreimal mehr Wasser verbrauchen als im Durchschnitt der letzten zwei Wochen, informiert Sie die App darüber.

Warum ist das besser als ein separates Ventil?

Auf dem Markt gibt es eigenständige Leckageschutzsysteme – Bodensensoren, motorisierte Ventile. Doch eine integrierte Lösung bietet grundlegende Vorteile.

Erstens misst der Zähler sowohl Durchfluss als auch Druck – während ein externes Ventil beides nicht erfasst und sich nur auf Bodensensoren verlässt, die erst auslösen, wenn sich bereits Wasser angesammelt hat.

Zweitens ist ein Wasserzähler ohnehin vorgeschrieben – er muss nicht zusätzlich gekauft werden, es genügt, den herkömmlichen Zähler durch einen intelligenten zu ersetzen.

Drittens ein Gerät statt drei oder vier: kein separates Ventil, kein separater Controller, keine kabelgebundenen Bodensensoren.

Für wen ist das relevant?

Für alle, die nicht eines Tages ihre Wohnung überflutet vorfinden möchten. Besonders jedoch für Eigentümer von Immobilien, die vermietet werden oder nicht dauerhaft bewohnt sind: Ferienhäuser, Apartments, Gewerberäume. Gerade leerstehende Objekte sind am stärksten von Leckagen betroffen – Wasser kann stunden- oder sogar tagelang fließen, bis es jemand bemerkt.

Für Wasserversorger ist es ein Instrument zur Reduzierung von Wasserverlusten im Netz. Für Versicherungen eine Möglichkeit, Schadenszahlungen zu senken: Einige Versicherer bieten bereits 5–10 % Rabatt auf die Police bei Installation eines solchen Zählers.

Fazit

Ein Wasserzähler mit Leckageschutz ist keine futuristische Idee, sondern eine verfügbare Technologie. Ultraschall-Durchflussmessung, integrierter Drucksensor, elektrisches Ventil, Algorithmen zur Schadenserkennung und mobile Kommunikation – all das existiert bereits in einem kompakten Gehäuse in der Größe eines herkömmlichen Haushaltszählers.

Sie wissen genau, wie viel Wasser Sie verbrauchen, sehen den Druck im Netz, erhalten Benachrichtigungen über Anomalien – und können beruhigt in den Urlaub fahren, in dem Wissen, dass im Notfall das Wasser automatisch abgesperrt wird.

Manchmal ist die beste Technologie die, die unbemerkt arbeitet. Bis zu dem Moment, in dem sie Ihre Wohnung rettet.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns unter info@addgrup.com

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